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Dr. Hermann-Josef Omsels - hjo@hertin.de

Eine Darstellung des Gesetzes gegen den unlauteren Wettbewerb und wettbewerbsrechtlicher Nebengesetze

 


 

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8. Keine Annahme erforderlich/Erledigung

1. Keine Annahme bei Unterlassungserklärungen gegenüber dem Abmahnenden erforderlich

2. Annahme bei Unterlassungserklärungen gegenüber einem Dritten erforderlich

Keine Annahme bei Unterlassungserklärungen gegenüber dem Abmahnenden erforderlich

 

Wird eine inhaltlich ausreichende und ausreichend strafbewehrte Unterlassungserklärung gegenüber dem Abmahnenden abgegeben, lässt sie die Wiederholungsgefahr für den Unterlassungsanspruch unabhängig davon entfallen, ob der Abmahnende die Unterlassungserklärung annimmt oder nicht.

BGH, Urt. v. 17.9.2009, I ZR 217/07, Tz. 21 - Testfundstelle

Eine vom Schuldner abgegebene einseitige strafbewehrte Unterlassungserklärung lässt die Wiederholungsgefahr unabhängig von einer Annahmeerklärung des Gläubigers entfallen. Voraussetzung ist aber, dass die Unterlassungserklärung ernsthaft ist, inhaltlich den an eine solche Erklärung zu stellenden Anforderungen entspricht, sowie unbedingt und unbefristet abgegeben wird.

ebenso BGH, Urt. v. 18.05.2006, I ZR 32/03, Tz. 20 – Vertragsstrafevereinbarung

Die Annahme der Unterlassungserklärung ist aber unter Umständen erforderlich, damit zwischen dem Abgemahnten und dem Abmahnenden ein Unterlassungsvertrag zu Stande kommt, auf dessen Grundlage der Abmahnende im Falle eines Verstoßes vom Abgemahnten eine Vertragsstrafe fordern kann. Dazu siehe hier.

Wenn zum Zeitpunkt des Zugangs einer Unterlassungserklärung bereits ein gerichtliches Verfahren wegen des Unterlassungsanspruchs eingeleitet wurde, muss der Rechtstreit vom Unterlassungsgläubiger für erledigt erklärt werden.

Wenn die Erledigung zu spät erklärt wird, können dadurch entstehende Mehrkosten dem Gläubiger auferlegt werden.

OLG Hamburg, Beschl. v. 26.10.2012, 3 W 72/12, 3.

Im Rahmen der Kostenentscheidung gem. § 91a ZPO kann die verspätete Abgabe der Erledigungserklärung des Gläubigers mit dem Ergebnis zu berücksichtigen sein, dass dieser an Kosten zu beteiligen ist, die durch zwischenzeitliche weitere Verfahrensschritte ausgelöst wurden und bei rechtzeitiger Erledigungserklärung hätten vermieden werden können (vgl. OLG Frankfurt, Beschluss v. 24.1.2011, 6 U 209/10).

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Eine Erledigungserklärung, die auf die Zukunft beschränkt ist (, weil sich etwa die Rechtslage während des Verfahrens ändert,), führt nur zu einer Teilerledigung des Rechtsstreits.

OLG Köln, Beschl. v. 11.3.2014, 6 W 217/13, II.1

Eine zeitlich auf die Zukunft beschränkte Erledigungserklärung führt dazu, dass das Verfahren betreffend den materiellrechtlichen Unterlassungsanspruch anhängig bleibt, und dass über die Aufrechterhaltung eines diesen Zeitraum betreffenden Titels noch zu entscheiden ist. Es liegt nur ein Fall der teilweisen Erledigung der Hauptsache vor (Bornkamm, in: Ahrens, Der Wettbewerbsprozess, § 33 Rn. 40; MünchKomm-ZPO/Lindacher, § 91 a Rn. 40; Zöller/Vollkommer, ZPO, § 91 a Rn. 53 “horizontale Teilerledigung”).

Es ist in solchen Fällen nicht möglich, allein eine auf § 91 a ZPO gestützte Kostenentscheidung zu treffen. Anstelle der “Klarstellung”, dass die einstweilige Verfügung bis zur Erledigung der Hauptsache bestehen bleibe, ist auf den Widerspruch der Antragsgegnerin hin über den Bestand der einstweiligen Verfügung bis zum erledigenden Ereignis gemäß §§ 935, 936, 925 ZPO durch Urteil zu entscheiden. Lediglich die Entscheidung über die auf den erledigten Teil des Verfahrens entfallenden Kosten richtet sich nach § 91 a ZPO, wobei diese Entscheidung aber wegen des Grundsatzes der Kosteneinheit nicht isoliert ergehen kann (BGH, MDR 2013, 671 Rn. 19; Thomas/Putzo/Hüßtege, ZPO, § 91 a Rn. 25; Zöller/Vollkommer, ZPO, § 91 a Rn. 54).

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Annahme bei Unterlassungserklärungen gegenüber einem Dritten erforderlich

 

Die Annahme einer Unterlassungserklärung gegenüber einem Dritten, der zuvor gar nicht abgemahnt hat, muss demgegenüber vom Dritten angenommen werden, da andernfalls die Wiederholungsgefahr für den Unterlassungsanspruch nicht wegfällt.

OLG Frankfurt, Urt.v.9.10.2008, 6 U 128/08

Der vorliegende Sachverhalt ist dadurch gekennzeichnet, dass die Zentrale die ihr vom Antragsgegner übermittelte Unterwerfungserklärung zwar entgegengenommen, nicht aber angenommen hat. Damit befindet sich der Antragsgegner nicht unter dem Sanktionsdruck einer drohenden Vertragsstrafe, der für die Unterwerfung wesentlich ist.

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Omsels, Online-Kommentar zum UWG:

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